Afrika

Afrobeat – Afrikanische Pop-Musik

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Neben meinem Interesse für Afrika interessiere ich mich auch sehr für Musik. So kam ich auf die Idee Afrobeat zum Thema meines ersten Posts zu machen. Für all die, die dieses Wort zum ersten Mal hören, lest weiter!

Was ist Afrobeat?

Hätte sich Fela Kuti nicht heimlich an einer Musikschule eingeschrieben, als ihn seine Eltern zum Medizinstudium nach London schickten, wäre der Afrobeat wohl nie enstanden. Der damals 20-Jährige gründete in der britischen Hauptstadt seine Band Koola Lobitos und machte sich in der Londoner Clubszene einen Namen mit seiner Mischung aus Funk, Rock und Jazz, beeinflusst von traditioneller Yoruba-Musik und westafrikanischem Highlife. Bei seiner Rückkehr nach Nigeria formierte er seine Band um und gab seinem Stil bei einem Konzert in Ghana den Namen „Afrobeat“.

Politik und Musik

Obwohl sie ihn gerne als Arzt gesehen hätten, waren Felas Eltern nicht ganz unschuldig am Werdegang ihres Sohnes. Der Vater, ein Priester und talentierter Pianist, weckte Felas Begeisterung für Musik; die Mutter, politisch aktiv als Frauenrechtlerin, Gewerkschafterin und gegen den Kolonialismus in Afrika, setzte in ihm den Samen für politisches Interesse, der erst später, bei einer USA-Tour aufkeimen sollte, als der Begründer des Afrobeats durch eine Freundin mit den Ideen der Black Nationalism (Schwarzer Nationalismus) Bewegung in Berührung kam.

Diese radikale politische Strömung, die mit teils militanten Mitteln schwarze Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von der westlichen Kultur fordert, verband Fela Kuti mit dem Panafrikanismus, der eine Einheit aller afrikanischen Staaten anstrebt. Afrika 70 nannte er jetzt seine Band, seine Songtexte wandten sich von Alltagsthemen ab und wurden politisch. In Nigeria machte Fela Kuti den Club „The Shrine“ auf und gründete die Kommune „Kalakuta“, deren Anhänger er später unabhängig vom nigerianischen Staat erklären würde.

Im Laufe Felas bewegten Karriere wurde „Kalakuta“ von nigerianischen Soldaten attackiert, wobei seine Mutter schwer verletzt wurde, Fela Kuti gründete die Partei „Movement of The People“ (Bewegung des Volkes), kandidierte mehrmals für die Präsidentschaft Nigerias und musste unter Präsident Muhammadu Buhari 20 Monate im Gefängnis verbringen.

Afrobeat nach Fela Kutis Tod

Mit Felas Tod im Alter von 58 Jahren, verschwand keineswegs das von ihm ins Leben gerufene Musikgenre. Sein ehemaliger Schlagzeuger, Tony Allen und sein Sohn, Femi Kuti, führten sein musikalisches Erbe fort und machten die Musik auch außerhalb Afrikas populär, wo sie die Songs zahlreicher Künstler beeinflusste. Dazu zählen u.a. Paul Simon (in seinem Album Graceland), TV On The Radio und Vampire Weekend.

Jetzt habe ich viele Worte über Afrobeat verloren. Dazu fällt mir folgendes Zitat von Frank Zappa ein:

„Writing About Music is Like Dancing About Architecture“

Daher gibt’s jetzt noch ein Video eines ganzen Konzertes von Fela Kuti, so dass ihr euch so noch mal einen ganz anderen Eindruck verschaffen könnt: