Afrika

Elfenbeinverbrennung in Afrika – Kampf gegen den Handel mit dem weißen Gold

Obwohl der Handel mit Elfenbein, dem „weißen Gold Afrikas“, schon seit 1989 offiziell verboten, ist das Töten von Elefanten ihrer Stoßzähne wegen immer noch ein großes Problem in vielen afrikanischen Staaten. Tausende Elefanten müssen jährlich sterben, damit Wilderer sich an dem kostbaren Rohstoff bereichern können.

Warum wird Elfenbein verbrannt?

Die Verbrennung von Stoßzähnen ist zwar eine weit verbreitete, gleichzeitig aber auch drastische und kontrovers diskutierte Maßnahme, um dem illegalen Handel Einhalt zu gebieten. Auf den ersten Blick, so würde man meinen, scheint dieser nämlich attraktiv für die mehrheitlich armen Staaten Afrikas. Dennoch herrscht mittlerweile breiter Konsens darüber, dass es sich beim Kauf und Verkauf von Elfenbein um einen ernsten Verstoß gegen den Artenschutz handelt. Mit der Verbrennung der Stoßzähne, so wie es beispielsweise im Frühjahr letzten Jahres in Kenia geschehen ist, wollen nationale Regierungen ein eindeutiges Zeichen setzen. So soll es gelingen, die internationale Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken, die Nachfrage zu senken, den illegalen Handel zu stoppen und damit Elefanten in ihrem natürlichen Lebensraum schützen.

Welche Konsequenzen hat die Wilderei in Afrika?

Vor etwa 10 Jahren lebten noch mehr als eine halbe Millionen Elefanten auf dem afrikanischen Kontinent. Durch zunehmende Jagd und vor allem Wilderei hat sich diese Zahl drastisch verringert. Pro Jahr werden bis zu 30.000 Elefanten gewildert. Da Elefanten eine sehr lange Tragezeit haben und sich die Population nur langsam vergrößern kann, übersteigt die Zahl der getöteten Elefanten mittlerweile die natürliche Geburtenrate. Geht der Trend so weiter, werden die grauen Riesen schon in naher Zukunft vom Aussterben bedroht sein und, wenn nichts unternommen wird, irgendwann ganz verschwunden sein.

Elfenbeinverbrennung – Lösung oder nur Spektakel?

Natürlich stellt die Verbrennung von Stoßzähnen auf Dauer keine Lösung für das Problem dar. Allerdings kann diese radikale Methode durchaus als Schritt in die richtige Richtung betrachtet werden. Afrikanische Regierungen haben die Problematik und Dringlichkeit anerkannt und machen mit einer Handlung wie der Elfenbeinverbrennung unmissverständlich klar, dass der (illegale) Handel mit Elfenbein nicht mehr toleriert wird. Es bleibt nun nur zu hoffen, dass diese Strategie auch wirklich aufgeht, damit die kommenden Generationen Elefanten nicht nur noch im Zoo bestaunen können.

Wen das Thema näher interessiert, dem kann ich diesen Artikel in der Zeit empfehlen. Außerdem beantwortet der National Geographic auf dieser Seite die 10 wichtigsten Fragen zur Elfenbeinverbrennung.

Afrobeat – Afrikanische Pop-Musik

Neben meinem Interesse für Afrika interessiere ich mich auch sehr für Musik. So kam ich auf die Idee Afrobeat zum Thema meines ersten Posts zu machen. Für all die, die dieses Wort zum ersten Mal hören, lest weiter!

Was ist Afrobeat?

Hätte sich Fela Kuti nicht heimlich an einer Musikschule eingeschrieben, als ihn seine Eltern zum Medizinstudium nach London schickten, wäre der Afrobeat wohl nie enstanden. Der damals 20-Jährige gründete in der britischen Hauptstadt seine Band Koola Lobitos und machte sich in der Londoner Clubszene einen Namen mit seiner Mischung aus Funk, Rock und Jazz, beeinflusst von traditioneller Yoruba-Musik und westafrikanischem Highlife. Bei seiner Rückkehr nach Nigeria formierte er seine Band um und gab seinem Stil bei einem Konzert in Ghana den Namen „Afrobeat“.

Politik und Musik

Obwohl sie ihn gerne als Arzt gesehen hätten, waren Felas Eltern nicht ganz unschuldig am Werdegang ihres Sohnes. Der Vater, ein Priester und talentierter Pianist, weckte Felas Begeisterung für Musik; die Mutter, politisch aktiv als Frauenrechtlerin, Gewerkschafterin und gegen den Kolonialismus in Afrika, setzte in ihm den Samen für politisches Interesse, der erst später, bei einer USA-Tour aufkeimen sollte, als der Begründer des Afrobeats durch eine Freundin mit den Ideen der Black Nationalism (Schwarzer Nationalismus) Bewegung in Berührung kam.

Diese radikale politische Strömung, die mit teils militanten Mitteln schwarze Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von der westlichen Kultur fordert, verband Fela Kuti mit dem Panafrikanismus, der eine Einheit aller afrikanischen Staaten anstrebt. Afrika 70 nannte er jetzt seine Band, seine Songtexte wandten sich von Alltagsthemen ab und wurden politisch. In Nigeria machte Fela Kuti den Club „The Shrine“ auf und gründete die Kommune „Kalakuta“, deren Anhänger er später unabhängig vom nigerianischen Staat erklären würde.

Im Laufe Felas bewegten Karriere wurde „Kalakuta“ von nigerianischen Soldaten attackiert, wobei seine Mutter schwer verletzt wurde, Fela Kuti gründete die Partei „Movement of The People“ (Bewegung des Volkes), kandidierte mehrmals für die Präsidentschaft Nigerias und musste unter Präsident Muhammadu Buhari 20 Monate im Gefängnis verbringen.

Afrobeat nach Fela Kutis Tod

Mit Felas Tod im Alter von 58 Jahren, verschwand keineswegs das von ihm ins Leben gerufene Musikgenre. Sein ehemaliger Schlagzeuger, Tony Allen und sein Sohn, Femi Kuti, führten sein musikalisches Erbe fort und machten die Musik auch außerhalb Afrikas populär, wo sie die Songs zahlreicher Künstler beeinflusste. Dazu zählen u.a. Paul Simon (in seinem Album Graceland), TV On The Radio und Vampire Weekend.

Jetzt habe ich viele Worte über Afrobeat verloren. Dazu fällt mir folgendes Zitat von Frank Zappa ein:

„Writing About Music is Like Dancing About Architecture“

Daher gibt’s jetzt noch ein Video eines ganzen Konzertes von Fela Kuti, so dass ihr euch so noch mal einen ganz anderen Eindruck verschaffen könnt: